VorteileNachteile
langlebigmeist teuer
hohe Reizwirkungstraffe Rute erforderlich
Bisse auf Sicht

Stickbaits haben als Kunstköder der Kategorie Wobbler ihren Namen aus dem Englischen, wo "Stick" Stock bedeutet und "Bait" eben Köder. In den USA werden manchmal auch als Pencilbaits, Splashbaits, Minows, Topwaterbaits und andere Köder bei entsprechender Form als Stickbaits bezeichnet.

Ohne uns in die Diskussion verbeißen zu wollen - wir verstehen unter Stickbaits Köderformen ohne Schwimmschaufel, die schlank, steif und gerade sind. Mit Stickbaits geht man auf Raubfische wie Barsch, Rapfen und Hecht.

Mit Stickbaits an der Wasseroberfläche angeln

Rapfen - gefangen mit einem Stickbait

Stickbaits werden bevorzugt für das Angeln an der Wasseroberfläche genutzt. Dort halten sich die Zielfische im Sommer und Herbst auf, wenn der Sauerstoff knapp wird und die Futterfische ebenfalls nach oben wandern.

Da aktiv geführt wird, eignen sich Stickbaits für ruhige Gewässer ebenso wie für das Angeln am Fluss. In flachen Gewässern und Forellenteichen versprechen Stickbaits ganzjährig Fangerfolge.

Abzuraten ist von Stickbaits bei Krautbänken, da die nicht ganz billigen Köder sich dort verfangen können und ihr Lauf sich nicht gut beobachten lässt.

Im Zick-Zack-Kurs durchs Wasser - so führst du Stickbaits

Wenn man Stickbaits einfach auswirft und nicht aktiv führt, treiben sie bloß im Wasser wie tote Fische. Es kommt also auf den Führungsstil an, um Stickbaits zu interessanten Futterfischen zu machen.

Mit "Walking the dog" auf der Oberfläche

So heißt die Technik, mit der Stickbaits an und auf der Wasseroberfläche sich so bewegen wie Hunde während des Gassi Gehens. Der Stickbait wird dazu ausgeworfen und mit schnellen Twitches aus dem Handgelenk geführt. Diese Bewegungen zwischen Rucken und Zupfen führen dazu, dass der Stickbait im Zick-Zack-Kurs läuft und dabei ins Wasser eintaucht.

Die Zielfische nehmen dann ihre Jagd auf und mit etwas Gefühl wird der Stickbait nun zum Bisserfolg führen, gerade wenn man ihn zwischendurch ruhen lässt.

Führung im tieferen Wasser

Sollen Stickbaits im tieferen Wasser eingesetzt werden, empfiehlt sich sogenannte "Darting Action". Bei dieser wird der Stickbait auf die gewünschte Wassertiefe abgelassen und durch jerk-ähnliche  Schläge während des Einholens in seinen typischen Zick-Zack-Kurs gebracht. Hierdurch legt der Kunstköder weite Strecken zurück und ähnelt in seinen Manövern einem fliehenden Futterfisch.

Merkt euch: Bei beiden Führungsstilen sollte die Schnur gut gespannt bleiben, um die Bewegungen der Rute verlustfrei auf den Köder zu übertragen und Anbisse sicher zu spüren.

Experten Meinung:

Benedikt Götzfried - Topwater-Guide und Chef bei Topwater-Productions.de

Benedikt Götzfried - Topwater-Papst"Die schönste
Art zu Fischen!"

Warum ich mit Stickbaits angle:

  • atemberaubende Live-Bisse
  • mega fängige Köder
Zum einen ist es die schönste Art zu Fischen - alles live mit zu erleben und jeden Biss zu sehen. Zum anderen sind Stickbaits verdammt fängig. Sie simulieren einen flüchtenden, verletzten Beutefisch der an der Oberfläche ordentlich radau macht. Somit nehmen die Räuber sie als leichte Beute wahr und das funktioniert immer gut.

Wie ich damit angle:

  • Mal schnell, mal langsam
  • im Fluss, im See, überall und immer
Kommt immer auf den Zielfisch drauf an, generell kann man sagen, folgende Zielfische lieben Stickbaits. Hecht, Barsch, Döbel, Aland, Rapfen und Forellen.

Fehler beim Angeln mit Stickbaits:

  • zu hektisches Kurbeln
  • wilde Bewegungen der Rutenspitze
Erst muss ein Rhytmus gefunden werden in dem die Rutenspitze je nach Ködergröße um ca. 10 cm hin und her geschwungen wird. Fängt man dann an, gemütlich zu Kurbeln macht der Stick eigentlich schon genau dass, was er machen soll, nämlich links - rechts über die Oberfläche zu gleiten.

Tipps:
Ein Stickbait ist ein mega fängiger Köder, jedoch muss wie bei allen anderen Kunstködern erstmal eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. Ich weiss, dass er in ganz vielen Situationen deutlich besser funktioniert als ein Gummi, Wobbler oder sonstiges. Das habe ich in 20 Jahren Topwater-Angeln gelernt. Ich vertraue also meinem Köder zu jeder Zeit. Für den Anfang ist eine Ködergröße um die 8 cm zu empfehlen. Da kann man eigentlich jeden der Zielfische darauf fangen.

Größen und Typen von Stickbaits

Stickbaits sind aufgrund ihrer typischen Form üblicherweise gefertigt aus

  • Kunststoff,
  • Hart-Plastik oder
  • Balsaholz.

Gewicht
Die leichtesten Stickbaits wiegen nur drei Gramm, die meistverbreitete Gewichtsklasse liegt zwischen sechs und neun Gramm.

Länge
Die Länge dieser Kunstköder startet bei etwa fünf Zentimetern und führt bis zu etwa elf Zentimetern.

Aussehen und Arten
Haut und Augen der natürlichen Futterfische werden von Stickbaits oft auf einem Körper in Zigarrenform imitiert. Es werden zwar Stickbaits als sinkend oder schwebend angeboten, doch klassische Stickbaits sind für das Angeln an oder nahe der Wasseroberfläche gedacht.

Bestückt sind Stickbaits überwiegend mit Drillingshaken, einzelne Modelle haben im Inneren ein Kugelspiel, um Geräusche und zusätzliche Bewegung hervorzurufen.

Tipps zur Ausrüstung beim Angeln mit Stickbaits

Rute

Stickbaits passen gut zu gängigen Spinnruten starren Profils. Auch die Spitze sollte fest sein, damit sich die Führungstechnik direkt auf den Köder auswirkt. Das aktive Angeln braucht Kraft, deshalb empfehlen sich leichte Ruten mit einer Länge von 1,80 bis 2,10 Meter.

Schnur

Eine dünne (etwa 0,10 bis 0,15 Millimeter im Durchschnitt) geflochtene Angelschnur ist die bevorzugte Schnur beim Angeln mit Stickbaits. Ausprobieren könnte man auch eine sehr dehnungsarme monofile Schnur. Bei der Jagd nach schweren Raubfischen sollte die Schnur mindestens acht Kilogramm tragen können.

Rolle

Beim Angeln mit Stickbaits wird viel gekurbelt, dementsprechend leicht und trotzdem robust muss die Rolle laufen, möglichst mit mittlerer Übersetzung. Baitcastrollen, Spinnrollen oder Multirollen erfüllen diese Anforderungen. Eine solide Bremse sollte selbstverständlich sein.

Vorfach

An einem Vorfach beim Angeln in natürlichen Gewässern führt eigentlich kein Weg vorbei, weil Hechtgefahr besteht. Vorfächer aus Stahl haben sich traditionell bewährt, Vorfächer aus Titan haben neben ihrer höheren Langlebigkeit den Vorteil des geringeren Gewichts.

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Fazit

Mit Stickbaits zu angeln, ist ein bisschen wie "Back to the roots" ("Zurück zu den Wurzeln"). Hier ist der Angler gefragt, Action zu erzeugen, denn er kann sich nicht auf moderne, im Kunstköder verbaute Tricks verlassen. Dieses unmittelbare Angelgefühl macht Stickbaits hierzulande wieder populär und verspricht aktiven Angelspaß. Die Aussicht darauf, mit Stickbaits auch große und scheue Raubfische zu ködern, ist das Ausprobieren allemal wert.

Thomas

Gründer von Monsterfisch.de

Über mich und alle meine Beiträge

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