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Aalbesatz – Glasaal oder Farmaal?

Beitrag vom: 14.04.2019

Angler wissen, dass die Bestände des europäischen Aals (Anguilla anguilla) stark rückläufig sind. Unzählige Besatzprogramme laufen seit Jahren und trotzdem scheinen die Bestände sich nicht zu erholen.

Der Aal wird im Wesentlichen in 2 Formen besetzt. Entweder werden Glasaale (circa 6 cm) direkt gefangen, transportiert und in entsprechende Gewässer besetzt, oder aber, die Glasaale werden gefangen, zu Glasaalfarmen transportiert, aufgezogen und mit einer Länge von circa 25 cm in entsprechende Gewässer besetzt.

Welche der beiden Methoden erfolgreicher ist, war bisher unbekannt. Eine neue Studie hat nun aber gezeigt, dass Farmaale zum einen besser wachsen, nachdem sie besetzt worden sind, und zum anderen eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Der Wachstumsvorteil der Farmaale bleibt auch über einen längeren Zeitraum bestehen und ist demnach kein Kurzzeiteffekt, welcher womöglich durch die optimalen Bedingungen in der Aalfarm erzeugt wurde.

Klingt spitze, hat aber leider einen Haken. Bei den Farmaalen wurden häufiger der Herpesvirus des japanischen Aals (anguillid herpesvirus 1) nachgewiesen. Die Verbreitung dieses Virus steht natürlich den Naturschutzvorgaben der EU entgegen.

Quelle:
Kullmann, B., & Thiel, R. (2018). Bigger is better in eel stocking measures? Comparison of growth performance, body condition, and benefit-cost ratio of simultaneously stocked glass and farmed eels in a brackish fjord. Fisheries Research, 205, 132-140.

Martin Friedrichs

Doktorand der Biologie mit Schwerpunkt Gewässerökolgie

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