Koiherpesvirus 2 - Eine Bedrohung für heimische Cypriniden?

Beitrag vom: 09.06.2019

Viele kennen sicher den Koiherpesvirus 3, den „klassischen“ Koiherpesvirus der unter Karpfenanglern so gefürchtet ist. Der Koiherpesvirus 2 ist, wie der Name schon sagt, eine sehr ähnliche Virus Art. Im Gegensatz zum Koiherpesvirus 3, ist der Koiherpesvirus 2 bisher nur für Karauschen (Carassius carassius), Giebel (Carassius gibelo) und Goldfische (Carassius auratus) eine tödliche Bedrohung.

2013 wurde der Virus zum ersten Mal in Italien identifiziert und
2014 wurde der Virus in Frankreich.

Eine Studie aus Japan hat gezeigt, dass auch Goldfische, die eine Infektion überlebt haben und äußerlich keinerlei Anzeichen mehr für eine Erkrankung zeigen, durchaus noch Viren in sich tragen.

Schwer erkennbares Virus

Zunächst sei erwähnt, dass 80% der infizierten Goldfische nach 2 Wochen an der Virusinfektion gestorben sind. Bei den überlebenden 20% konnten auch nach 3 Wochen nach der Infektion noch Viren in den Fischen nachgewiesen werden. Diese Viren waren keineswegs abgeschwächte Überbleibsel, sondern hatten das volle Potenzial eine neue Infektion auszulösen. Die infizierten Fische zeigten keinerlei Anzeichen einer Erkrankung. Es war also rein optisch nicht festzustellen, dass es sich um infizierte Tiere handelt, die bereits eine Infektion überstanden hatten.

Entwarunung für unsere Karpfen

Bisher ist noch kein Fall bekannt, in dem der Koiherpesvirus 2 für Karpfen oder andere Cypriniden infiziert hat. Allerdings weiß man natürlich von anderen Virenstämmen, dass Wirtswechsel keine Seltenheit darstellen.

Quellen:
Boitard, P. , Baud, M. , Labrut, S. , Boisséson, C. , Jamin, M. and Bigarré, L. (2016), First detection of Cyprinid Herpesvirus 2 (CyHV?2) in goldfish (Carassius auratus) in France. J Fish Dis, 39: 673-680. doi:10.1111/jfd.12400

Wei, C, Iida, H, Chuah, Q, Tanaka, M, Kato, G, Sano, M. Persistence of cyprinid herpesvirus 2 in asymptomatic goldfish Carassius auratus (L.) that survived an experimental infection. J Fish Dis. 2019; 00: 1– 9. https://doi.org/10.1111/jfd.12996

Martin Friedrichs

Doktorand der Biologie mit Schwerpunkt Gewässerökolgie

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